Landes- und Bundeskönigschießen

Der jeweilige Sieger des Kreiskönigschießens ist zur Teilnahme am Landeskönigschießen des westfälischen Schützenbundes berechtigt. In diesem Wettbewerb müssen 15 Schuss Freihand auf Teilerscheiben abgegeben werden. Der Schütze mit dem kleinsten Teiler wird dann Landesschützenkönig.

Beim 29. Westfälischen Schützentag in der Reiterstadt Warendorf schaffte im Oktober 1978 unser Schützenbruder Karl Ehlert diesen Titel. Mit einem 48er Teiler wurde er im letzten Durchgang Landesschützenkönig. Zu seinem Adjutanten erwählte er sich Willi Tönnies. Die Siegesnachricht wurde schnell nach Gütersloh übermittelt und viele Kattenstrother Schützen begleiteten den neuen Landesschützenkönig Karl Ehlert im Festzug in Warendorf. Bleibende Erinnerungen sind die Momente des Umzuges in der Kutsche des WSB und der Gottesdienst im Reiterstadion des Landgestütes Warendorf.

Durch Erringen des Landeskönigstitels qualifizierte sich Karl Ehlert automatisch für das Bundeskönigschießen, dass im darauffolgendem Jahr Anfang Mai, in Verbindung mit dem deutschen Schützentag, ausgetragen wurde. Wohl eine einmalige Angelegenheit. Der deutsche Schützentag fand 1979 in Ingolstadt statt. Da bei diesem Wettbewerb nur 15 Teilnehmer, allesamt Vertreter der einzelnen Landesverbände der alten Bundesländer, an den Start gingen, war es ein ganz besonderes Ereignis im Leben des Schützenbruders aber auch seines Heimatvereins. Um dieses Ereignis in bester Erinnerung zu behalten, planten die Ehepaare Ehlert und Tönnies einen Kurzurlaub.

Im Vorfeld wurde in der Nähe von Ingolstadt das Hotel „Heidehof“ ausfindig gemacht und für eine Woche gebucht. Am Delegationswochenende erhielt der König Verstärkung aus Kattenstroth. Die Paare Brüggemann, Kahmen, Heider, Plümer und Pollkläsener bezogen ebenfalls Quartier im Hotel „Heidehof“ und besichtigten im Anschluß die Schießstätte des Bundeskönigschießens. Das Bundeskönigschießen fand am Samstagvormittag statt. In dem Durchgang war Karl Ehlert der älteste Teilnehmer. Ganz Gentleman ließ er der einzigen Landesschützenkönigin unter den Teilnehmern den Vortritt und wurde somit letzter dieses Wettbewerbes. Mit einem kleinen Empfang im Hotel „Heidehof“ bedankte sich der Schützenverein Kattenstroth bei seinem Landesschützenkönig.

Am Sonntag stand dann der Delegiertentag in der Stadthalle Ingolstadt an. Doch zuvor gab es noch ein Pontifikalamt im Dom zu Ingolstadt. Alle Teilnehmer besuchten den Dom in einem Vier-Sterne-Marsch, an dem die Kattenstrother eigentlich nicht teilnehmen wollten. Zum Dom wollten sie aber trotzdem und sind letztendlich doch in einen der vier Sterne geraten. Die Delegation, insbesondere die Damen in ihren schicken Uniformen bekamen immer wieder von der Bevölkerung reichen Beifall.

Der Organisator des deutschen Schützentages, den sie bereits bei der Besichtigung des Schießstandes kennengelernt hatten, erkannte sie wieder, als sie geschlossen in den Dom einmarschierten. Er führte sie dann im Mittelgang des fast gefüllten Domes in die zweite und dritte Bankreihe, mit rot ausgelegten Knie- und Sitzbänken. Somit ist den Kattenstrothern der 28. Deutsche Schützentag in besonderer Erinnerung.

Der Schützenverein Kattenstroth dankt heute noch dem leider zu früh verstorbenen Schützenbruder Karl Ehlert für dieses besondere Ereignis.